Das Projekt

Zusammen arbeiten und leben

Auf einem ehemaligen Rittergut in Poggenhagen, ca. 25 km entfernt von Hannover, ist ein Kulturprojekt entstanden. Es richtet sich an Menschen, die dort zusammen wohnen und hauptberuflich oder in ihrer Freizeit kulturell, künstlerisch und gemeinschaftlich arbeiten wollen.

Poggenhagen bietet dafür ideale Bedingungen: geeignete Gebäude, schöne Landschaft, gute Verkehrsanbindung und eben die Projektidee:

Als Zukunftsziel ca. 30 überwiegend unabhängig arbeitende Kulturschaffende mieten Büros/Ateliers und Wohnungen zu günstigen Konditionen auf dem Gut, tauschen sich über ihre Arbeit aus und bekommen auf diese Weise Inspiration, Kritik, Ermunterung oder Einsicht. Es können neben dem Feedback auch Gemeinschaftsproduktionen entstehen bis hin zu Firmengründungen. Und neben oder mit ihrer Tätigkeit tragen die Mitglieder zu einem gemeinsamen "Output" bei, dem jährlich immer zu Beginn der niedersächsischen Sommerferien veranstalteten Summercamp!

[ 2006: SC Paradies 06]

Der Ist - Zustand

Umwandlung eines Bauernhofes

Genau wie in anderen Produktionssparten ändert sich auch in der Landwirtschaft die Struktur, Technik und ihr Stellenwert. War früher für einen 120 ha großen Betrieb neben vielen Landarbeitern noch eine große Hofstelle mit Scheunen zur Lagerung nötig, so reicht heute ein Bruchteil des Aufwandes und der Gebäude aus. Das gilt auch für den Betrieb des ehem. Rittergutes Poggenhagen. Statt zahlreicher Kühe, Schweine und Zugpferde warten in einigen Ställen und Scheunen heute Reitpferde auf den täglichen Auslauf, der Rest wird nicht mehr genutzt.
Soll man diese Gebäude abreissen, zerfallen lassen oder umnutzen?

Der Plan

Wohnungen und Büroateliers

Freiwerdende Wohnungen konnten als erstes für die Aufnahme neuer Projektmitglieder genutzt werden. Dieser Prozess ist mittlerweile weitgehend abgeschlossen. Jetzt wird begonnen, Teile der ehemaligen Scheunen zu Wohnräumen oder Büros/Ateliers umzubauen.

Für einen Teil der Nutzer gibt es die Möglichkeit, die eigene Wohnung selbst auszubauen. Der ehemalige Getreidespeicher (Bild) soll zu einem Wohngebäude für etwa 6 Familien bzw. Wohngemeinschaften umgenutzt werden. Eine interessante architektonische Planung dazu, die 1997 an der Uni Hannover angefertigt wurde, existiert bereits. Weitere Wohnungen befinden sich schon heute in anderen Gebäuden des Hofes. Durch normale Fluktuation wird immer mal wieder eine dieser Wohnungen frei, die dann von neuen Projektteilnehmern bezogen werden kann. Bei ausreichender Größe des Projektes bzw. genügend Kindern könnte sogar ein kleiner Kindergarten direkt am Hof eingerichtet werden.

Der ehemalige Kuhstall (Bild) könnte am Ende (mögliches Fernziel) komplett in ein Büro- und Atelierhaus umgebaut werden. Dort wäre allein im Obergeschoss Platz für 20 Büros à 30 m², eine Gemeinschaftsküche und ein Aufenthalts- bzw. Besprechungsraum. Jeder Mieter kann dann seinen Computer am Netzwerk anschliessen. Internet, zentrale Geräte wie Drucker und Einrichtungen wie z. B. ein Fotolabor könnten dann gemeinsam angeschafft- und die Räume im Erdgeschoss als Werkstätten, Labor, Studio, Galerie, Kino etc. genutzt werden.

Die Wohnungen, Büros bzw. Ateliers sollen überwiegend an Freitätige ohne ständigen Publikumsverkehr aus kulturellen Arbeitsbereichen vermietet werden. Also an Personen, die gerne in direkter Nähe und potentiellem Kontakt zu Personen thematisch ähnlicher Tätigkeit bzw. Denkrichtung arbeiten möchten. Die Möglichkeit des Austausches ist eine wichtige Komponente der Projektidee.

Kosten und Finanzen

Einerseits gibt es das herkömmliche Mietmodell. Wenn aber persönliches Kapital eingebracht werden kann und soll, werden die Umbauten im Rahmen langfristiger Pachtverträge finanziert. D. h., der landwirtschaftliche Betrieb bekommt durch die Pacht die bereits geleisteten Bauinvestitionen verzinst, der weitere Ausbau wird von den Projektmitgliedern selbst geleistet.

Dem Bedürfnis vieler frisch gegründeten Familien, Wohneigentum zu bilden, wird leider nicht entsprochen werden können. Besonders nicht in der standardisierten Form des Baugrundstücks mit Einfamilienhaus. Doch hierzu kann es vielleicht interessantere Alternativen geben, für die es sich sogar lohnen kann, dem Traum vom eigenen Häuschen abzulegen.

Es soll versucht werden, das Projekt gemäß seinen Besonderheiten fördern zu lassen, z. B. als Modell für "Vernetzte Arbeitswelten". Von Fall zu Fall kommen auch kulturelle Förderungen sowie Mittel aus dem Denkmalschutz in Betracht.

Schöne Umgebung: Die Gratiszugabe

Die Landschaft kann vielfältig mitgenutzt werden: Ein Wald zum spazierengehen oder Joggen, ein See zum schwimmen, ein Feld, um Gemüse anzubauen, eine Wiese direkt vor dem Bürohaus für ein abendliches Lagerfeuer mit Freunden oder Kollegen.

Weiterführende Themen:

Zusammen arbeiten und leben
Neues Mitglied werden
Fiktiver Bericht eines Projektmitglieds
Kerngebäude: 2 leerstehende Scheunen
Lage des Gutes
Wegbeschreibung zum Ausdrucken
Poggenhagen
Geschichte
Links + Freunde
Bildergalerie
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